Véronique Agapi Langlott studierte zeitgenössischen Tanz im BA am Koninklijk Conservatorium Antwerpen, Belgien, und schloss ihr Studium mit einem MA in Choreografie an der Fontys Hogeschool in Tilburg, Niederlande, ab. Im Anschluss studierte sie Philosophie und Multimediale Kunst in Hamburg. Basis ihrer Arbeit ist die Kollaboration mit unterschiedlichen Künstler*innen und Medien sowie das Experimentieren mit verschiedenen Formaten der Präsentation, darunter Bühnenstücke, Installationen und Ausstellungen. Ihre Arbeit ist ein Plädoyer für hybride Perspektiven und spielt mit der Pluralität und Multikomplexität von Interpretations- und Konstruktionsmöglichkeiten.
Die Projektreihe Threads of Pieces of Dances (2015–2022)
arbeitet in installativer Form mit den drei Medien Tanz, Licht und Sound und setzt sich mit der Konstruiertheit weltlicher Ordnung auseinander. Anhand von Prozessen der medialen De- und Rekonstruktion, der unendlichen Modifikation und immer wieder neuen Verknotungen arbeitet die Projektreihe mit dem Potenzial digitaler Prozesse, in denen in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Künstler*innen und Medien ein kollaboratives Weitermachen entsteht – eine spekulative Fabulation, ein Komponieren eines immer neuen, möglichen Kosmos. Dabei entstanden die Produktionen Restructuring (2015), die 2017 beim Hauptsache Frei Festival den Jurypreis gewann und 2019 nach Berlin zum bundesweiten PAF & Friends Festival eingeladen wurde, Will I Dream During the Process? (2018), Détournement Viral (2021), VOID (2021) und Will I Dream… of Dreams… of Dreams (2022).
Die Projektreihe (G)local Choreographies (Seit 2019)
widmet sich dem Erbe performativer Künste und begibt sich auf internationale Spurensuche. Basierend auf den meist geklickten Volkstanz-YouTube-Videos greift das Projekt das Tradieren von Volkstänzen, ihrer Trachten und kultureller Rituale im digitalen Zeitalter und im kulturellen Kontext des 21. Jahrhunderts auf. Es stellt das Erbe verschiedener Länder gegenüber und projiziert dessen Potenzial in die Zukunft. Die Projektreihe ist eine fortlaufende Kollaboration mit Künstlerinnen über vier Kontinente hinweg. Im Rahmen dieser internationalen Kollaborationen entstanden die Produktionen Folkstrance (2019/21) und Pop-up Folklorique (2022). Daneben entstand die Recherchereise TRACHTENREISE – About strings, knots & possible futures, die Ausstellung STRING FICTION I-IV (2025) und die Produktion FESTAG! (2025) in denen Langlott Handwerkskunst zwischen Vergangenheit und Gegenwart erforschte.
Die Vernetzung und Interaktion mit Akteur*innen aus unterschiedlichen Kunstszenen und internationalen Kontexten bilden einen zentralen Aspekt ihrer Arbeit. Véronique Langlott ist auf internationaler Ebene im Rahmen künstlerischer Plattformen und Netzwerkarbeit aktiv und erhielt seit 2017 mehrere Recherche- und Künstlerresidenzen u.a. in der Ukraine, Venezuael, Iran, Frankreich, Estland. Ihre Projekte schaffen Begegnungsmöglichkeiten, in denen Komplexität festgehalten und Verbindung geprobt wird, Gemeinschaft gedeiht und gebildet wird und Imaginationen des Andersseins zum Tragen kommen. Seit 2009 ist sie in Hamburg Teil der Künstlerinitiative Komm in die Gänge und Mitbegründerin des Bewegungsraums, wo sie das Tanzlabor für Kinder initiiert hat und leitet.
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